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Der Villanderer Törggelesteig

Törggelen im Eisacktal
Törggelen im Eisacktal – Törggelesteig in Villanders 

Kastanien und Wein – zwei der ausgesuchten Spezialitäten des Eisacktales – verbunden in ausgedehnten Wanderungen ganz im Zeichen dieser beiden Köstlichkeiten – so kann der Südtiroler Herbst kommen. In der Tradition des Törggelens, der 5. Eisacktaler Jahreszeit, steht auch der Törggelesteig in Villanders.
Bei St. Stephan in der Ortsmitte beginnt die leichte, knapp zweistündige Wanderung zu Ehren des Genusses. Idealerweise zur Erntezeit, im September und Oktober, führt dieser Weg durch die farbenprächtig eingefärbten Weinberge zu zahlreichen Buschenschänken und damit mitten hinein in den Genuss der Herbstspezialitäten. Vorbei am Ansitz der Herren von Villanders und dem gen Sonnenaufgang ausgerichteten Friedhof geht es auf dem Törggelesteig leicht abwärts nach Sauders (Einkehr: Larm-Hof, Winklerhof), dann ein kurzes Stück steil hinab zur Straße und von dort zum Pschnickerhof. Zurück zur Abzweigung und weiter zum Oberparteggerhof und dem Oberfurnerhof. Nach köstlicher Rast wandert der Genießer dann steil hinauf zurück zum Ausgangspunkt in der Kirchgasse, die einst dem Maler Franz von Defregger als Kulisse für sein Gemälde „Das letzte Aufgebot“ diente.

Südtiroler Edelkastanien

Herbstzeit ist Erntezeit. Das gilt auch für eine bei Jung und Alt beliebte Baumfrucht aus Südtirols Mischwäldern, die vor allem in den Mittelgebirgen des Eisacktals und an den Hängen rund um Tisens, Völlan und Lana zu Hause ist.
Die Rede ist von den Maroni, den Esskastanien, deren nahrhafte Wirkung bereits seit dem Mittelalter bezeugt ist. Essentielle Aminosäuren, Kohlenhydrate, Kalium, sowie die Vitamine B2 und B3 machten die Nussfrucht in der Vergangenheit zu einem wichtigen Energielieferanten.
Einst als Mehlersatz zum Brotbacken verwendet, sind die Keschtn heute unverzichtbarer Begleiter eines beliebten Südtiroler Brauches, des Törggelens. Doch nicht nur geröstet sind die Südtiroler Maroni ein Genuss. Ihre Vielseitigkeit macht sie auch in den Südtiroler Küchen und Backstuben zu einem gern gesehenen Gast.
Da sind zum einen die süßen Kastanienherzen und all die Süßspeisen, die sich aus dem Kastanienmuss zaubern lassen, wie zum Beispiel der Kastanienschmarrn oder die Knödel mit Kastanienfüllung.
Zum anderen eignen sich die Keschtn auch gut als Beilage und Verfeinerung herzhafter Gerichte. Wie wäre es zum Beispiel einmal mit einer Südtiroler Kastaniensuppe oder Kastanienbandnudeln mit Wildragout? Überhaupt harmoniert der Geschmack der Esskastanie gut mit Wildgerichten und Geflügel. Probieren Sie es aus.
Maroni beim Rsten in der Maronipfanne ber offenem Feuer

Auf zum Gassltörggelen nach Klausen

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Im unteren Eisacktal, genauer gesagt im Künstlerstädtchen Klausen, gerät alljährlich wenn der Sommer sich seinem Ende zuneigt, der Jahreslauf aus dem Gleichgewicht. Genau dann nämlich, wenn in der Ferienregion Klausen, Barbian, Feldthurns, Villanders die 5. Jahreszeit beginnt: Das Törggelen.
Dieser, in Südtirol weithin ausgiebig gepflegte Herbstbrauch, bei dem neben den „Nuien“, den frisch gekelterten Weine des Jahres, auch allerlei typische Südtiroler Spezialitäten  wie die Rippelen und Hauswurst serviert werden, findet beim traditionellen Gassltörggelen in den Gassen von Klausen seinen unverwechselbaren Höhepunkt. Die letzten beiden Wochenenden im September und das erste Oktoberwochenende stehen ganz im Zeichen von Weinproben und kulinarischen Hochgenüssen. Unter freiem Himmel wird verkostet, geschlemmert und genossen bis weit in die Abendstunden hinein. Regionale Spezialitäten wie die „Keschtn“, geröstete Kastanien, und das süffige Kastanienbier vom Gasslbräu fehlen dabei ebenso wenig wie die Eisacktaler Weißweine. Das bunte Rahmenprogramm der Freiluft-Törggele-Tage gipfelt in der Wahl der Törggele-Königin am letzten Festsamstag. Eine ganze Ferienregion im Ausnahmezustand. Und das Beste daran: Das Gassltörggelen gibt’s alle Jahre wieder.