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Sagenhaft von Dorf Tirol nach Schloss Tirol

Im Zentrum von Dorf Tirol beginnt der Schlossweg. Vorbei an der Pfarrkirche zum Heiligen Johannes geht es bergwärts, rechts an der Kirche vorbei, führt der Wanderweg zum Ortsende und von dort weiter zur vorromanischen, Freskenreichen Kirche St. Peter. Sich immer abwärts haltend, wandert man nun weiter der Beschilderung Algunder Waalweg folgend.
Der gemütliche Spaziergang durch die Weinberge wird aufgelockert durch das Überqueren einer stählernen, schwankenden Hängebrücke. Ein Stück der Straße entlang gelangt der Wanderer zu einem steilen Steig, der an der Bushaltestelle rechts abzweigt und wieder hinauf führt zum Kirchlein St. Peter, dem Kraftort mit sagenhaftem Hintergrund, das als die älteste Kirche der Umgebung gilt. Die knapp 3-stündige Rundwanderung zeigt neben den Kulturschätzen, die man in Schloss Tirol besichtigen kann und den sakralen Bauwerken auch Naturschönheiten wie die Erdpyramiden am Knappenloch. Am Rande bemerkt sei, dass die Kirche St. Peter der Sage nach von Zwergen in nur einer Nacht errichtet worden ist. Wobei diese, die dazumal im Schloss Tirol hausenden Riesen mit einer List davon abhielten, sie am Bau der Kirche zu hindern.
Mitte des Jahres 2017 wird auf Schloss Tirol anlässlich des Reformationsjubiläums eine Ausstellung zur Geschichte der Reformation und des Protestantismus in Tirol eröffnet. Die im September 2017 durch eine von Museumsdirektor Leo Andergassen und Kunsthistoriker Hanns-Paul Ties organisierte Tagung ergänzt wird. Prädikat: Unbedingt sehenswert.

Südtirol, ein Land der Burgen


Seit Oswald von Wolkenstein viel bereist und viel besungen: die Burgen, Schlösser und Ansitze Südtirols. Wehrhafte Burganlagen, trutzige Festungen, imposante Schlösser und herrschaftliche Ansitze sind im Alpenland Südtirol beinahe so zahlreich wie die hochaufragenden Gipfel, die sie bewachen.
Kein Wunder, ist das Land zwischen Alpen und Dolomiten, zwischen dem Norden und dem Süden doch seit vorrömischer Zeit besiedelt und seit Jahrhunderten Schauplatz von Handel, Politik und  Machtkämpfen. Die rund 800 architektonischen Zeitzeugen der wechselhaften Geschichte des Landes stammen aus den verschiedensten Epochen. Bereist man Südtirol von Nord nach Süd so begegnet einem bereits kurz hinter dem Brenner eine der neueren, mächtigen Wehranlagen, die Franzensfeste. Erbaut erst ab 1833 und in den letzten Jahren aufwendig saniert, wird sie heute vornehmlich für Ausstellungen genutzt. Auch im Schloss Welsperg nahe Taisten, der ältesten Pustertaler Burg, im Schloss Prösels bei Völs am Schlern und im Schloss Rechtenthal in Tramin finden heute Konzerte, Schulungen und allerlei andere Veranstaltungen statt. In vielen Burganlagen aber sind Museen untergebracht. So hat im Ciastel de Tor in St. Martin in Thurn das Museum Ladin seine Heimat gefunden, die markante Trostburg, die sich bei Waidbruck über das Eisacktal erhebt, ist das zu Hause des Südtiroler Burgenmuseums, im Schloss Bruneck, auf Schloss Sigmundskron bei Bozen und im Schloss Juval am Eingang des Vinschgau residieren die Messner Mountain Museen und im Schloss Trauttmansdorff, der einstigen Sissi-Residenz in Meran, hat das Touriseum, das Südtiroler Tourismusmuseum Stellung bezogen. Südtirols bekannteste Schlossanlagen aber dürften – neben Schloss Trauttmansdorff – wohl Schloss Tirol mit seiner Ausstellung zur Geschichte des Landes Tirol und der Greifvogelflugschau, die Churburg bei Schluderns, zu deren Füßen alljährlich die Südtiroler Ritterspiele stattfinden und Schloss Runkelstein in Bozen, die Bilderburg von Südtirol mit ihrem Freskenzyklus, sein. Weitere wichtige Zeugnisse der frühen Freskenmalerei finden sich zum Beispiel im Schloss Rodenegg bei Mühlbach am Übergang vom Eisacktal ins Pustertal und in der Kapelle der Burg Hocheppan oberhalb von Missian in der Feriengemeinde Eppan an der Südtiroler Weinstraße.
Die Liste der Burgen, Schlösser und Ansitze, die Tür und Tor für Einheimische und Gäste öffnen, ließe sich beliebig verlängern. Besser als davon zu lesen ist aber, sich Südtirols Kulturgütern selbst einmal einen Besuch abzustatten.