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Südtirols Städte – Von West nach Ost


Bereist man Südtirol von West nach Ost, so markiert eine ganz besondere Stadt den Beginn der Reise: Das vollständig von einer intakten Stadtmauer umgebene Glurns ist die kleinste Stadt des Alpenlandes und zählt bis heute nicht einmal 900 Einwohner. Hinter seinen größeren Kollegen braucht sich das Städtchen im Dreiländereck zwischen Italien, Österreich und der Schweiz aber keinesfalls zu verstecken, blickt es doch auf eine lange Geschichte als Verkehrs- und Handelszentrum zurück und hat inzwischen als einzige Stadt im Vinschgau und schließlich auch als Tourismusort einigen Stellenwert erlangt.
Weiter westlich erwartet die um Vieles größere Kur-und Sissistadt Meran ihre Besucher mit den Thermen, den botanischen Gärten von Schloss Trauttmansdorff, in dem einst auch Kaiserin Sissi residierte, mit dem Villenviertel Obermais und den zahlreichen Promenaden entlang der Passer, mit Schlössern, Museen und Ansitzen, aber auch mit zahlreichen Geschäften und dem imposanten Kurhaus. Die östlichste der Städte Südtirols aber ist Bruneck im Pustertal. Das Wintersportzentrum am Fuße des Kronplatz ist auch im Sommer jederzeit eine Reise wert. Vor allem Schloss Bruneck, die bischöfliche Burg und die Altstadt halten so manche Überraschung bereit.

Der Vinschgau

Seilbahn von Latsch auf St. Martin im Kofel
Seilbahn von Latsch auf St. Martin im Kofel

Tief im Westen des Alpenlandes Südtirol liegt, reich an Naturschätzen und mit einem vielfältigen Aktivangebot ausgestattet, die Ferienregion Vinschgau. Eines der wohl bekanntesten Bilder Südtirols stammt aus dem Vinschgau, liegt doch am westlichen Ende, an der Grenze zum Nachbarland Österreich, der Reschenpass mit dem Reschensee aus dem noch der Kirchturm des Dorfes Alt-Graun aufragt, das hier vor der Flutung im Jahr 1950 gelegen hat.
Der 6 Kilometer lange Stausee ist heute ein beliebtes Revier für Kit-Surfer und andere Wassersportler. Hier nahe dem Reschenpass entspringt auch die Etsch, die ihr Wasser nach einer rund 415 Kilometer langen Reise nahe Venedig in die Adria ergießt. Überhaupt ist der Vinschgau recht wasserreich. Neben dem Reschensee ist besonders der nahe Haidersee bei Wassersportlern beliebt. Und in den zahlreichen kleineren Tälern, die in das Obere Etschtal münden liegen klare, stille Seen zwischen hochaufragenden Gipfeln verborgen.
Rechts der Etsch reihen sich das Rojental, das Schlinigtal mit der Uina-Schlucht und das Suldental aneinander, gefolgt vom stillen Martelltal, das vor allem für den Anbau von Beeren bekannt geworden ist, und dem Laasertal, in dem der weithin bekannte Laaser Marmor abgebaut wird.
Wanderer und Langläufer schätzen vor allem auch das links des Flusslaufes gelegene Langtauferer Tal. Weniger bekannt sind hingegen das Planeil-, das Matscher und das Schlandraun Tal. Rund um den Vernagt Stausee und die Gletscher im Schnalstal sind die Wanderer ebenso zu Hause wie im Naturpark Texelgruppe und dem Nationalpark Stilfserjoch.  Doch damit nicht genug: Der Vinschgau ist auch das Drei-Länder-Eck Südtirols: Über den Reschenpass gelangt man nach Österreich, über Glurns, die kleinste Stadt Südtirols, erreicht man das schweizerische Val Müstair und vom Stilfserjoch aus führt der Weg in die italienische Lombardei. Zu den weiteren Besonderheiten des Vinschgau zählen neben dem Marmor, dem Reschensee und der Uina Schlucht vor allem die beiden Naturparks, der Ortler – mit 3.905 m Südtirols höchster Berg -, der Stundenwanderweg vom Kloster Marienberg bei Burgeis bis zum Kloster St. Johann in der Schweiz und der Obstanbau, gedeihen doch an den sonnigen Hängen alle Obstsorten von der Marille über den Apfel und die Erdbeere bis hin zur Palabirne besonders gut.
Unterkunftsempfehlung: Hotel im Vinschgau