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Das Vintschger Museum

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Waalwege
und eine prähistorische Höhensiedlung  Schluderns, die kleine Metropole im oberen Vinschgau, ist weithin bekannt durch die Südtiroler Ritterspiele auf der imposanten Churburg, doch sie hat darüber hinaus auch viele, weitaus stillere Talente, die deshalb nicht weniger reizvoll sind. Zum Beispiel ist im Zentrum von Schluderns das Vintschger Museum angesiedelt. Die 3 Dauerausstellungen des Vintschger Museums sind denn auch brennenden Themen der Region gewidmet: den Schwabenkindern, den Waalwegen und der frühen Siedlungsgeschichte im Oberen Vinschgau. Zum Museum gehört auch der archäologische Park auf der Ganglegg, die Ausgrabungsstätte der prähistorischen Höhensiedlung, die die weit zurückreichende Besiedlung des Obervinschgau eindrucksvoll dokumentiert. Der Weg vom Museum im Ortszentrum hinauf zur 1.142 Meter hoch gelegenen Ausgrabungsstätte führt entlang des Quairwaales, der heute als 1949951Lehrwaal Einblicke in die Bewässerungskultur der sonnenreichen, aber sehr niederschlagsarmen Vinschgau bietet. Überhaupt eignet sich das engere Umfeld für einen bezaubernd-vielseitigen Rundweg zwischen bäuerlicher Alltagsleben, faszinierender Waalkultur, heidnische Kultstätten und der imposant-kraftvollen Churburg. Das Vintschger Museum ist vom 20. März bis zum 7. November alle Tage von 9.30-12.30 Uhr und von 14-18 Uhr geöffnet. In den Sommermonaten Juli und August entfällt die Mittagspause und das Museum kann durchgehend besichtigt werden. Eintrittspreis: € 5.
Hotel im Vinschgau

Südtirol, ein Land der Burgen


Seit Oswald von Wolkenstein viel bereist und viel besungen: die Burgen, Schlösser und Ansitze Südtirols. Wehrhafte Burganlagen, trutzige Festungen, imposante Schlösser und herrschaftliche Ansitze sind im Alpenland Südtirol beinahe so zahlreich wie die hochaufragenden Gipfel, die sie bewachen.
Kein Wunder, ist das Land zwischen Alpen und Dolomiten, zwischen dem Norden und dem Süden doch seit vorrömischer Zeit besiedelt und seit Jahrhunderten Schauplatz von Handel, Politik und  Machtkämpfen. Die rund 800 architektonischen Zeitzeugen der wechselhaften Geschichte des Landes stammen aus den verschiedensten Epochen. Bereist man Südtirol von Nord nach Süd so begegnet einem bereits kurz hinter dem Brenner eine der neueren, mächtigen Wehranlagen, die Franzensfeste. Erbaut erst ab 1833 und in den letzten Jahren aufwendig saniert, wird sie heute vornehmlich für Ausstellungen genutzt. Auch im Schloss Welsperg nahe Taisten, der ältesten Pustertaler Burg, im Schloss Prösels bei Völs am Schlern und im Schloss Rechtenthal in Tramin finden heute Konzerte, Schulungen und allerlei andere Veranstaltungen statt. In vielen Burganlagen aber sind Museen untergebracht. So hat im Ciastel de Tor in St. Martin in Thurn das Museum Ladin seine Heimat gefunden, die markante Trostburg, die sich bei Waidbruck über das Eisacktal erhebt, ist das zu Hause des Südtiroler Burgenmuseums, im Schloss Bruneck, auf Schloss Sigmundskron bei Bozen und im Schloss Juval am Eingang des Vinschgau residieren die Messner Mountain Museen und im Schloss Trauttmansdorff, der einstigen Sissi-Residenz in Meran, hat das Touriseum, das Südtiroler Tourismusmuseum Stellung bezogen. Südtirols bekannteste Schlossanlagen aber dürften – neben Schloss Trauttmansdorff – wohl Schloss Tirol mit seiner Ausstellung zur Geschichte des Landes Tirol und der Greifvogelflugschau, die Churburg bei Schluderns, zu deren Füßen alljährlich die Südtiroler Ritterspiele stattfinden und Schloss Runkelstein in Bozen, die Bilderburg von Südtirol mit ihrem Freskenzyklus, sein. Weitere wichtige Zeugnisse der frühen Freskenmalerei finden sich zum Beispiel im Schloss Rodenegg bei Mühlbach am Übergang vom Eisacktal ins Pustertal und in der Kapelle der Burg Hocheppan oberhalb von Missian in der Feriengemeinde Eppan an der Südtiroler Weinstraße.
Die Liste der Burgen, Schlösser und Ansitze, die Tür und Tor für Einheimische und Gäste öffnen, ließe sich beliebig verlängern. Besser als davon zu lesen ist aber, sich Südtirols Kulturgütern selbst einmal einen Besuch abzustatten.