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Südtirols Städte – Von Nord nach Süd


Durchquert man Südtirol von Nord nach Süd wie es schon vor Jahrhunderten die Handelsreisenden auf ihrem Weg in die italienischen Handelsstädte taten, so ist die erste der 8 Südtiroler Städte, die man erreicht, das mittelalterlich-elegante Sterzing. Deutlich spürt der Gast bei seinem Bummel durch die Stadtgasse zum markanten Zwölferturm den Einfluss der Fugger und anderer altadliger Familien. Herrschaftliche Bürgerhäuser – vielfach auf das 15. Jahrhundert zurückgehend – verraten, dass Sterzing nicht nur durch den Handel, sondern auch durch den Silberbergbau zu Wohlstand kam.
Knapp 50 Kilometer weiter im Süden, am Fuße der Plose, liegt die Bischofstadt Brixen. Zeugnis ihrer Bedeutung legen die Hofburg, der Dom und das Priesterseminar ab. Bis heute ist die Stadt mit Kloster Neustift und der Pädagogischen Fakultät der Universität Bozen ein wichtiges Bildungszentrum in Südtirol.
Noch weiter südlich im Eisacktal – weithin erkennbar an seinem Wahrzeichen Kloster Säben, das hoch über der Stadt auf einer Felsnadel thront – liegt Klausen. Die malerische Altstadt zog im Lauf der Jahrhunderte das Interesse von mehr als 250 Künstlern, vor allem Malern, Bildhauern, Kupferstechern, Schnitzern und Literaten auf sich. Dem Lauf des Eisacks folgend erreicht der Reisende von Klausen kommend Bozen, die Landeshauptstadt Südtirols. Vom Weinbaugebiet St. Magdalena über den farbenfrohen Obstmarkt und die Laubengasse mit ihren Geschäften, Bars und Cafés hin zum Waltherplatz, vom Stadttheater über das Forschungsinstitut Eurac zurück zum Archäologiemuseum mit der Ötzi-Ausstellung und weiter zur Talferpromenade, dem beliebten Spazierweg entlang des Flusses, an dessen Ende Schloss Runkelstein, Südtirols Bilderburg, liegt – Bozen vereint Handel und Forschung, italienisches und deutsches Lebensgefühl, Kultur und Genuss gekonnt miteinander.
Die südlichste Stadt Südtirols ist Leifers, 10 Kilometer unterhalb von Bozen im Tal der Etsch gelegen. Das Stadtrecht erhielt Leifers erst 1985 und ist somit die Jüngste der 8 Südtiroler Städte.

 

 

Südtirol, ein Land der Burgen


Seit Oswald von Wolkenstein viel bereist und viel besungen: die Burgen, Schlösser und Ansitze Südtirols. Wehrhafte Burganlagen, trutzige Festungen, imposante Schlösser und herrschaftliche Ansitze sind im Alpenland Südtirol beinahe so zahlreich wie die hochaufragenden Gipfel, die sie bewachen.
Kein Wunder, ist das Land zwischen Alpen und Dolomiten, zwischen dem Norden und dem Süden doch seit vorrömischer Zeit besiedelt und seit Jahrhunderten Schauplatz von Handel, Politik und  Machtkämpfen. Die rund 800 architektonischen Zeitzeugen der wechselhaften Geschichte des Landes stammen aus den verschiedensten Epochen. Bereist man Südtirol von Nord nach Süd so begegnet einem bereits kurz hinter dem Brenner eine der neueren, mächtigen Wehranlagen, die Franzensfeste. Erbaut erst ab 1833 und in den letzten Jahren aufwendig saniert, wird sie heute vornehmlich für Ausstellungen genutzt. Auch im Schloss Welsperg nahe Taisten, der ältesten Pustertaler Burg, im Schloss Prösels bei Völs am Schlern und im Schloss Rechtenthal in Tramin finden heute Konzerte, Schulungen und allerlei andere Veranstaltungen statt. In vielen Burganlagen aber sind Museen untergebracht. So hat im Ciastel de Tor in St. Martin in Thurn das Museum Ladin seine Heimat gefunden, die markante Trostburg, die sich bei Waidbruck über das Eisacktal erhebt, ist das zu Hause des Südtiroler Burgenmuseums, im Schloss Bruneck, auf Schloss Sigmundskron bei Bozen und im Schloss Juval am Eingang des Vinschgau residieren die Messner Mountain Museen und im Schloss Trauttmansdorff, der einstigen Sissi-Residenz in Meran, hat das Touriseum, das Südtiroler Tourismusmuseum Stellung bezogen. Südtirols bekannteste Schlossanlagen aber dürften – neben Schloss Trauttmansdorff – wohl Schloss Tirol mit seiner Ausstellung zur Geschichte des Landes Tirol und der Greifvogelflugschau, die Churburg bei Schluderns, zu deren Füßen alljährlich die Südtiroler Ritterspiele stattfinden und Schloss Runkelstein in Bozen, die Bilderburg von Südtirol mit ihrem Freskenzyklus, sein. Weitere wichtige Zeugnisse der frühen Freskenmalerei finden sich zum Beispiel im Schloss Rodenegg bei Mühlbach am Übergang vom Eisacktal ins Pustertal und in der Kapelle der Burg Hocheppan oberhalb von Missian in der Feriengemeinde Eppan an der Südtiroler Weinstraße.
Die Liste der Burgen, Schlösser und Ansitze, die Tür und Tor für Einheimische und Gäste öffnen, ließe sich beliebig verlängern. Besser als davon zu lesen ist aber, sich Südtirols Kulturgütern selbst einmal einen Besuch abzustatten.