Archiv der Kategorie: Herbsturlaub in Südtirol

Ernte in Südtirol

Die Ernte in Südtirol zählt ganz sicher zu den Höhepunkten im Südtiroler Jahreslauf –  für den Bauern sowieso –  Ist es doch der Lohn für den monatelangen Fleiß, der bereits im Winter mit dem Schnitt der Obstbäume und der Weinreben beginnt.
Auf den rund 18.400 Hektar Anbaufläche genießen in diesen Tagen die Südtiroler Äpfel vom Vinschgau bis in den Süden Südtirols ihre letzten Sonnenstrahlen. Na, ja, nicht alle, denn für einige Sorten, wie zum Beispiel für den süßen Royal Gala, ist die Erntezeit bereits vorbei. Bei den anderen in Südtirol angebauten Sorten, wie den würzig-fruchtigen Elstar und dem noch recht jungen RUBENS®, dem Golden Delicious, dem Stark Delicious und Jonagold machen sich gerade fleißige Hände daran, sie zu pflücken — oder besser, sie werden geklaubt. Mit Anfang Oktober beginnt in Südtirol die Ernte des knackig-frischen, süß-sauren Granny Smith, gefolgt von Winesap, Morgenduft, Fuji und PINK LADY®. Auch die Südtiroler Weinernte hat zwischenzeitlich bei den Weißweinsorten eingesetzt. Die Trauben, südtirolerisch die „Weimer“ werden derzeit von idealen Wetterverhältnissen begleitet: Untertags reichlich Sonnenstunden und kühle Nächte lassen schon jetzt einen Spitzenjahrgang erwarten.

Wandercamp Lana Herbst 2017

Südtirols ganz spezielle Aufstiegsanlagen

Im Wander- und Wintersportparadies Südtirol sind Aufstiegsanlagen wahrlich keine Seltenheit. Im Gegenteil. Vom Watles bis in die Sextner Dolomiten besteht südtirolweit ein ausgedehntes Netz an bestens gewarteten Anlagen, um Höhenmeter schnell und sicher zu überwinden.

Vom Sessellift bis zur Panoramakabinenbahn ist alles dabei. Einige dieser Bahnen aber,  verdienen eine gesonderte Erwähnung. Der Einzelsessellift von Meran auf den Segenbühel bei Dorf Tirol beispielsweise ist solch eine erwähnenswerte Südtiroler Aufstiegsanlage. Mit einer Fahrtgeschwindigkeit von 1,5 Metern pro Sekunde überwindet er auf einer Länge von 430 Metern ganz gemächlich einen Höhenunterschied von 169 Höhenmetern. Einen wesentlich größeren Höhenunterschied bezwingt die Mendelstandseilbahn in Südtirols Süden 1903 wurde die Bahn, die von der Kalterer Fraktion St. Anton bis hinauf auf den Mendelpass ganze 833 Höhenmeter in nur 12 Minuten überwindet, in Betrieb genommen und ist bis heute eine der längsten und steilsten Standseilbahnen in Europa. Vom Gasthof Gasteiger oberhalb von Algund hingegen fahren Wanderer gemütlich und sehr aussichtsreich in den kleinen 1-Mann-Gondeln des Korbliftes stehend hinauf zur Leiter Alm. Ein seltenes und deshalb umso reizvolleres Erlebnis.
Ebenfalls ein besonderes Erlebnis ist eine Fahrt mit der Seilbahn von Bozen hinauf nach Kohlern. Immerhin ist sie die älteste Personenseilbahn weltweit.
Und auch mit Schmalspurbahnen kann Südtirol punkten: Auf dem Ritten verbindet sie die Ortschaften Oberbozen und Klobenstein. Ob luftig im Sessellift, wohlbehütet in der Panoramagondel schwebend oder ganz klassisch auf Gleisen – auch bei den Aufstiegsanlagen hat  so einige Superlative zu bieten.

Der Villanderer Törggelesteig

Törggelen im Eisacktal
Törggelen im Eisacktal – Törggelesteig in Villanders 

Kastanien und Wein – zwei der ausgesuchten Spezialitäten des Eisacktales – verbunden in ausgedehnten Wanderungen ganz im Zeichen dieser beiden Köstlichkeiten – so kann der Südtiroler Herbst kommen. In der Tradition des Törggelens, der 5. Eisacktaler Jahreszeit, steht auch der Törggelesteig in Villanders.
Bei St. Stephan in der Ortsmitte beginnt die leichte, knapp zweistündige Wanderung zu Ehren des Genusses. Idealerweise zur Erntezeit, im September und Oktober, führt dieser Weg durch die farbenprächtig eingefärbten Weinberge zu zahlreichen Buschenschänken und damit mitten hinein in den Genuss der Herbstspezialitäten. Vorbei am Ansitz der Herren von Villanders und dem gen Sonnenaufgang ausgerichteten Friedhof geht es auf dem Törggelesteig leicht abwärts nach Sauders (Einkehr: Larm-Hof, Winklerhof), dann ein kurzes Stück steil hinab zur Straße und von dort zum Pschnickerhof. Zurück zur Abzweigung und weiter zum Oberparteggerhof und dem Oberfurnerhof. Nach köstlicher Rast wandert der Genießer dann steil hinauf zurück zum Ausgangspunkt in der Kirchgasse, die einst dem Maler Franz von Defregger als Kulisse für sein Gemälde „Das letzte Aufgebot“ diente.

Südtiroler Edelkastanien

Herbstzeit ist Erntezeit. Das gilt auch für eine bei Jung und Alt beliebte Baumfrucht aus Südtirols Mischwäldern, die vor allem in den Mittelgebirgen des Eisacktals und an den Hängen rund um Tisens, Völlan und Lana zu Hause ist.
Die Rede ist von den Maroni, den Esskastanien, deren nahrhafte Wirkung bereits seit dem Mittelalter bezeugt ist. Essentielle Aminosäuren, Kohlenhydrate, Kalium, sowie die Vitamine B2 und B3 machten die Nussfrucht in der Vergangenheit zu einem wichtigen Energielieferanten.
Einst als Mehlersatz zum Brotbacken verwendet, sind die Keschtn heute unverzichtbarer Begleiter eines beliebten Südtiroler Brauches, des Törggelens. Doch nicht nur geröstet sind die Südtiroler Maroni ein Genuss. Ihre Vielseitigkeit macht sie auch in den Südtiroler Küchen und Backstuben zu einem gern gesehenen Gast.
Da sind zum einen die süßen Kastanienherzen und all die Süßspeisen, die sich aus dem Kastanienmuss zaubern lassen, wie zum Beispiel der Kastanienschmarrn oder die Knödel mit Kastanienfüllung.
Zum anderen eignen sich die Keschtn auch gut als Beilage und Verfeinerung herzhafter Gerichte. Wie wäre es zum Beispiel einmal mit einer Südtiroler Kastaniensuppe oder Kastanienbandnudeln mit Wildragout? Überhaupt harmoniert der Geschmack der Esskastanie gut mit Wildgerichten und Geflügel. Probieren Sie es aus.
Maroni beim Rsten in der Maronipfanne ber offenem Feuer

Südtiroler Almabtrieb

Der Herbst in Südtirol hat spätestens dann begonnen, wenn bunt geschmückte Kuhherden die Almen verlassen: der alljährliche Almabtrieb von der hauseigenen „Walseralm“, gehört für die Familie Rogen vom Naturhotel Rogen in Südtirol mittlerweile fest zum Jahresprogramm des Hotels.  Interessant und erwähnenswert ist der Umstand, dass dieser Almabtrieb der Rogen’s von den Gästen des Hotels begleitet wird.  Es ist sogar so, dass gar einige gerade wegen dieses Almabtriebes ihren Urlaub in diese Zeit buchen.

Monika Rogen
Monika Rogen

Nach dem Aufstieg auf die Alm in Begleitung von Gastgeberin Monika Rogen, wurde zunächst kräftig vom „Brettl“ gegessen. Die meisten Produkte,  für diese geliebte „Holzhacker-Jause“ kommen vom eigenen Bauernhof, den die Familie Rogen unweit des Hotels in Spinges  führt.  Spinges ist ein kleiner beschaulicher Ort, oberhalb von Mühlbach, in der Nähe von Brixen, am Eingang des Pustertales.

 

Franz mit der Goasl
Franz mit der Goasl

Oswald, der Seniorchef des Hauses und Franz, einer der Wanderführer des Naturhotels,  sind Männer vom alten Schlag. Das beweisen sie auch, wenn sie in Überschallgeschwindigkeit von 1235 Kilometer pro Stunde die Schnur strecken, und es im Takt gewaltig knallen lässt. Der alten Tradition des „Goaslschnöllens“, welche zum Almabtrieb einfach dazugehört, liegen die einfachen Gesetze der Physik zugrunde. Es sind die letzten fünf Zentimeter an der Peitsche, welche nach einem harten Dreher, gekonnt links und rechts am Kopf vorbei, wieder in die Gerade gebracht werden müssen. Soweit die Theorie dieser alten Tradition. Nichtgeübte brauchen einige Versuche. Nach den ersten zaghaften Tönen, gelingt es meist sehr schnell, ein ordentliches „Peng“ aus dem vier Meter langen Seil zu holen, sehr zur Freude des tapferen Protagonisten, der durchaus eine geschwollene Lippe riskiert.

Früher wurde mit der „Goasl“ das Vieh angetrieben und gelenkt. Pferde und Ochsen vor dem Wagen oder Pflug erkannten genau, was die einzelnen, verschieden gehaltenen Klangfolgen zu bedeuten hatten. Hirten schützten ihre Herden mit der „Goasl“ vor Wölfen und Bären. Später wurde mit der „Goasl“ auch der Winter und die Kälte vertrieben und der neue Frühling geweckt.
Auf  der Alm der Rogen’s, der „Walseralm“ auf 1.500 m Höhe,   knallt es nicht nur zum Almabtrieb. Auch bei den geführten Gästewanderungen auf die Alm, ist dieser uralte Brauch, eine handfeste Einlage für einen authentischen Natururlaub, der im Naturhotel angeboten wird.
Um den Almabtrieb säumt sich immer ein kleines Volksfest. Für die gesamte Mannschaft gibt es einen erfreulichen Empfang mit kulinarischen Köstlichkeiten: Mus aus der Pfanne und feine Teigwaren, wie die „Minkelen“ und süße Krapfen mit Mohn- und Apfelfüllung. Hierfür hat Seniorchefin Helene wiederum ihre besten Rezepte ausgepackt. Natürlich wird auf die erfolgreich zu Ende gehende Almsaison angestoßen. Gefeiert wird deswegen, weil die Almsaison die Tiere und die Familie gesund durchs Jahr gekommen sind.

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Die Muspfanne
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Zurück vom Sommerurlaub auf der Alm
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Der Namen des Besitzers auf der Kuhglocke
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Franz, einer unserer Wanderbegleiter liebt die Tiere und die Natur über alles – deswegen natürlich auch beim Almabtrieb dabei
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Gastgeberin Monika Rogen
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„Zwischenablage“ für den Almgruß. Franz schenkt ihn stets seiner Frau
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„Die „Minkelen“ ein feines Gebäck aus Großmutters Rezeptesammlung, von Helene zubereitet.
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Krapfen mit den feinsten Füllungen
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alles gut gegangen – „Gerätschaft“ wird eingesammelt.

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Törggelen im Vinschgau

Es sind diese farbenfrohe Bilder des Herbstes, welche jetzt das Herz erfreuen. Im Vinschgau, genau genommen in Kastelbell – das liegt im mittleren Vinschgau, ca. 20 km von Meran entfernt, haben die Tourismusverantwortlichen im Rahmen der „Vinschger Herbstauslese“ ein sehr umfangreiches Programm auf die Beine gestellt. Weitere Infos im Hotel Bauhof in Kastelbell

Auf zum Gassltörggelen nach Klausen

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Im unteren Eisacktal, genauer gesagt im Künstlerstädtchen Klausen, gerät alljährlich wenn der Sommer sich seinem Ende zuneigt, der Jahreslauf aus dem Gleichgewicht. Genau dann nämlich, wenn in der Ferienregion Klausen, Barbian, Feldthurns, Villanders die 5. Jahreszeit beginnt: Das Törggelen.
Dieser, in Südtirol weithin ausgiebig gepflegte Herbstbrauch, bei dem neben den „Nuien“, den frisch gekelterten Weine des Jahres, auch allerlei typische Südtiroler Spezialitäten  wie die Rippelen und Hauswurst serviert werden, findet beim traditionellen Gassltörggelen in den Gassen von Klausen seinen unverwechselbaren Höhepunkt. Die letzten beiden Wochenenden im September und das erste Oktoberwochenende stehen ganz im Zeichen von Weinproben und kulinarischen Hochgenüssen. Unter freiem Himmel wird verkostet, geschlemmert und genossen bis weit in die Abendstunden hinein. Regionale Spezialitäten wie die „Keschtn“, geröstete Kastanien, und das süffige Kastanienbier vom Gasslbräu fehlen dabei ebenso wenig wie die Eisacktaler Weißweine. Das bunte Rahmenprogramm der Freiluft-Törggele-Tage gipfelt in der Wahl der Törggele-Königin am letzten Festsamstag. Eine ganze Ferienregion im Ausnahmezustand. Und das Beste daran: Das Gassltörggelen gibt’s alle Jahre wieder.

 

Von der Blüte bis zum Obst

Frühling und Herbst: wie die Zeit vergeht. Zwischen den zarten Blüten und den knackigen Äpfeln liegt eine arbeitsame Zeit des Bauern. Das mediterrane Klima mit den vielen Sonnenstunden tut das Übrige.
Gerne laden wir unsere Gäste täglich zu frischem Obst aus unserem eigenen Anbau ein. Lana ist schließlich der Obstgarten Südtirols schlechthin. Herzliche Grüße vom Hotel Kröllnerhof in Lana bei Meran. www.kroellnerhof.com

Auf zum Almabtrieb zwischen Meran und dem Vinschgau


Wenn über den Almwiesen Südtirols die ersten Nebel aufsteigen, dann ist es für Bauern und Vieh nach einem Sommer in den Bergen Zeit, in die Täler zurückzukehren. Nur natürlich, dass dieser markante Abschnitt des Jahres für die Bergbauern ein Grund zum Feiern ist.
So werden in ganz Südtirol zwischen September und Oktober die Almabtriebe festlich begangen. Aufwendig geschmückt mit Blütenkronen, Kräuterkränzen, bunten Bändern und den Früchten der Erntezeit ziehen die Herden begleitet von Musik und Tanz zu Tal. Natürlich dürfen dabei auch ein buntes Rahmenprogramm und die Verköstigung der Einheimischen und Gäste mit herbstlichen Südtiroler Spezialitäten nicht fehlen. Die perfekte Gelegenheit, ein Stück des echten, des unverbrauchten und ursprünglichen Südtirols in all seiner Pracht und Fröhlichkeit zu erleben.
Reservieren Sie sich doch schon einmal einen der folgenden Termine für die traditionellen Almabtriebe zwischen Meran und dem Vinschgau:

Almabtrieb Martell am 11.09.2016, ab 10 Uhr in der Freizeitanlage Trattla
Almabtrieb Tarsch am 10.09.2016, a 10 Uhr an der Talstation
Schafabtrieb Vernagt am 10.09.2016
Schafabtrieb Kurzras am 11.09.2016
Almabtrieb Partschins am 18.09.2016

Nicht im Meraner Land und Vinschgau, aber der Almabtrieb in Spinges am 17.09.2016 soll hier auch erwähnt werden. (Die Bilder in diesem Beitrag stammen vom Almabtrieb der Bauernjugend von Spinges aus dem Jahre 2015)

Ebenfalls im September finden auch der Almabtrieb mit Bauernmarkt in Pfelders im Passeiertal und jener in Sulden statt.