Weihnachtsmarkt Brixen: Häuschen unterm Dom

Der Domplatz zu Brixen zeigt sich gerade anders, als gewohnt. Weg scheint seine Beschaulichkeit, seine wohltuende Ausstrahlung. Er gibt sich wieder für etwas her, was seit Jahren viele Menschen nach Brixen zieht – in die älteste Stadt Tirols, mitten im Südtiroler Eisacktal. 

In diesen Tagen der zweiten Hälfte des Novembers ist es noch sonnig und ungewohnt mild. Es gab da schon mal eisigere Bedingungen, in der Geschichte des Brixner Weihnachtsmarktes – klimatisch und wirtschaftlich. Es wird ihn in diesem Jahr zum 27igsten Mal geben.

Die Stimmung ist im Moment eindeutig jene, eines Countdowns, wie er von anderen großen Veranstaltungen bekannt ist.

Bei unserem Besuch sind es noch wenige Tage, bis zur Eröffnung.  Die Häuschen, an denen ab dem 23. November wieder unzählige Menschen vorbeiziehen, schauen, staunen und kaufen, werden gerade eingerichtet: es herrscht reges Treiben.

Er da drüben, der mit den langen Haaren 

20181115-DSC07306Wie werden sie denn auf unsere Fragen reagieren, die Aussteller – werden sie überhaupt Zeit für uns haben?  Der Blumenhändler gleich am Beginn unseres Rundganges sagt uns, dass sein Stand zwar so heiße, aber er werde was anderes anbieten – „Blumen sind nicht der große Renner auf einem Weihnachtsmarkt“ – das war früher anders, sagt er. „Er, da drüben, der mit den langen Haaren, der weiß alles über den Markt – er ist schon von Beginn an, dabei – der Schatzer Toni“, sagt uns Markus beim Abschied.

Ehe wir besagten Mann ausmachen können, ist dieser schon wieder weg: Er macht seine Wege durch den Markt, von einem Häuschen zum anderen,  auf dem Fahrrad.  Markus ruft uns noch nach, dass es sich beim Toni um jemanden handeln würde, „dem man eine Büste aufstellen soll“, ob seiner Verdienste um den Markt.

Tatsächlich hat es in Brixen mit dem Weihnachtsmarkt sehr stotternd begonnen. Nach drei Jahren mit ein paar Häuschen, stand man vor dem Aus. Das und mehr soll uns Toni erzählen, wenn wir ihn endlich erwischen.

„Toni, Toni rufen wir“. Der Mann auf dem Fahrrad bremst scharf, macht einen eleganten Schwenk und sagt „Hoi“ zu uns.  Wir stellen uns vor und erzählen Toni, dass er uns als einer der Pioniere des Brixner Weihnachtsmarktes genannt wurde, was Toni dahingehend bescheiden ergänzt, als er sagt: „das ist alles halb so schlimm“.

Der Weihnachtsmarkt in Brixen stand schon mal vor dem Aus 

20181115-DSC07304Schlimmer war es in den Anfangsjahren des Marktes: „Damals hat uns der Landesrat Frick mit einem Landesbeitrag geholfen – wer weiß, ob und wie es sonst weitergangen wäre“, sagt uns Toni mit seiner ruhigen Stimme.

Damals, Anfang der Neunziger schlossen die Gastbetriebe nach Allerheiligen und machten erst wieder am Christ- oder Stephanstag auf. „Da war weit und breit kein Mensch zu sehen“, blickt Toni verbittert zurück.

 Um den Markt zu beleben, so Toni, braucht es Aussteller und diese gab es nicht.  Die Häuschen mussten die Aussteller kaufen, aufstellen, abbauen und lagern: was angesichts der fehlenden Besucher eine Herausforderung war, der sich die meisten Enthusiasten der ersten Stunde, schon sehr bald wieder abwendeten.

Die Geldspritze des Landes hat uns aber ermutigt, es noch einmal mit vereinten Kräften zu versuchen, sagt Toni rückblickend. „Ich habe in der ‚Dolomiten‘ inseriert und nach Ausstellern gesucht“, beschreibt der Pionier das Szenario der Anfangsjahre.

Heute sind diese beschwerlichen Schritte der Anfangszeit nicht nachzuvollziehen und längst vergessen, weil der Brixner Weihnachtsmarkt einer der schönsten im Lande ist.

47 Häuschen und 37 Aussteller 

20181115-DSC0732047 Häuschen werden von 37 Ausstellern bewirtschaftet: es gibt in diesem Jahr vier neue Aussteller – „das ist keine Fluktuation, die etwaige Unzufriedenheit unter den ehemaligen Ausstellern vermuten lässt, sondern wären rein technisch motiviert“, so Toni.

Der Platz unter dem Dom hat für uns an diesem Nachmittag des Aufbaus, je länger wir da sind, wenig von seiner lieblichen Atmosphäre eingebüßt.

Wir vollziehen das, was auch viele Besucher des Weihnachtsmarktes tun werden: wir gehen in den Dom und sind im Nu wieder mitten im Leben zurück. Der sich heute zeigende barocke Bau des imposanten Brixner Domes aus dem Jahre 1758, lässt uns kurz innehalten, was merklich guttut.  Draußen in den Häuschen unterm Dom wächst inzwischen die Vorfreude auf das große Fest.

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Traminer Fasching

Traminer Egetmannumzug
Traminer Egetmannumzug

Das wichtigste voraus, der Traminer Egetmann-Umzug ist einer der größten Tiroler Fasnachtsumzüge, neben dem Schemenlaufen in Imst, oder dem Schleicherlaufen in Telfs. Seine besonderen Attribute: er ist einer der ältesten und eigentümlichsten Umzüge überhaupt. Deswegen steht Tramin  Kopf, wenn an den ungeraden Jahren der „Egetmannhansl“ zu seiner Hochzeit einlädt.
Es handelt sich beim Hansl um eine Puppe mit schwarzem Rock, Zylinderhut und weißen Handschuhen, welche von einem Diener begleitet in einer Kalesche gefahren wird. Etwas abseits von ihm die Braut, welche auf dem Bock des Kutschers sitzt. Hinter und vor der Hauptfigur versammeln sich Knechte, Wegmacher, die Bauernschaft, die Ratsherren –  ebenfalls in elegantem Schwarz mit Zylinder. Die Ratsherren bedienen sich einer Reihe von Requisiten, wie dem Protokollbuch, eines Regenschirms, zweier Leuchter und einer Leiter – dieser sonderbaren Zusammensetzung eilt der Protokollverkünder voraus.  Halt gemacht wird bei jedem Dorfbrunnen, wo das Eheaufgebot des Egetmannes lautstark verkündet wird, natürlich im glasklaren und unmissverständlichem Traminer Dialekt.

Auch das dämonische ist beim Traminer Egetmannumzug in der Person des Wilden Mannes, begleitet vom Jäger vertreten. Der riesige langhaarige Waldmensch gilt besonders als Wetter- und Winterdämon. Diese Figur gehört zusammen mit dem Weißen und dem Grünen Bär zu den wenigen, die eine Gesichtsmaske tragen.  Der alte Wilde Mann wird am Ende des Umzuges von seinem jungen Begleiter, dem Jäger, erschossen, was das Ende des Winters und den Beginn des Frühlings symbolisieren soll.

Zur markantesten Figur des Traminer Egetmannumzuges gehört natürlich das Schnappvieh, auch Wudele genannt. Es sind deren viele, die meisten weit über zwei Meter hoch, welche zumeist in Gruppen auftreten und mit ihrem beweglichen Unterkiefer unentwegt schnappen und dabei kräftig klappern. Dieses typische Klappern der Wudelen ist während der gesamten Fasnachtszeit in den Traminer Gassen zu hören.  Fast jedes Kind in Tramin besitzt ein solches krokodilähnliches Tier mit Hörnern und Fell überzogen.  Beim Umzug wird ein Schnappvieh von einem Metzger geführt. Unmittelbar nach den Verkündigungen der Ratsherren, schlachtet der Metzger sein Wudele. Auch diese Geste lässt sich mit dem Frühjahrsbrauchtum, wonach der Winter abgetötet wird, erklären.

Im Zusammenhang mit den Traminer Schnappviehern ist die Frage ihres Entstehens weitgehend ungeklärt.  Wahrscheinlich wollte man ein übermenschliches Wesen darstellen, wie sie auch in den Sagen und Mythen vieler Völker stets vorkommen.

Zu den aktivsten Figuren des Traminer Egetmannumzuges gehören zweifelsohne die Burgl und der Burgltreiber. Die Burgl trägt auf ihrem Rücken in der sogenannten „Krax“ eine Puppe, ihr Kind. Sie wird vom Burgltreiber mit seiner an eine Stange gebundenen Schweineblasen verfolgt.  Immer wieder schlägt der Burgltreiber wütend auf die Burgl ein und treibt sie dabei vor sich her.  Beide laufen über weite Strecken durch den gesamten Umzug. Die Burgl versucht diesen Bedrohungen zu entkommen und ist andauernd auf der Flucht, versteckt sich nicht ungern auch in Hauseingängen, wo sie ihr Leid lauthals klagt. Auch diesem Getue liegt wahrscheinlich das Austreiben der bösen Wintergeister zugrunde, zumal der Ausdruck „Burgl“ vom Lateinischen „purgare“ kommen könnte.

Auch die schmutzige Winterwäsche kann jetzt endlich gewaschen werden. Das besorgen die Waschweiber, die auf ihrem Wagen und an den Brunnen ihr geschäftiges Tun zum Besten geben.

Wen haben wir vergessen? Eine ganze Reihe, denn es fehlen noch die Fischer, Schuster, Fassbinder, sowie die reichen und armen Zigeuner, die „Pfonnenflicker“, „Radlflicker“, „Boccamänner“  und andere mehr!

Erwähnen müssen wir hier aber unbedingt die Altweibermühle, welche den Schluss des traditionellen Teiles des Egetmannumzuges bildet – dazu gehört der Wagen für die jungen Mädchen und jener für die Zenzi, die unter keinen Umständen nochmal jung werden will. Die Müller übernehmen das Einfangen der „alten“ Weiber und werfen diese in den Schlund der Mühle, welcher gleichzeitig den Beginn der Verjüngungskur einleitet und junge hübsche Mädchen der Mühle entsteigen lässt.

Bei allen am Traminer Egetmannumzug teilnehmenden Figuren handelt es sich seit alters her ausschließlich um Männer. Auch die Braut von unserem lieben Egetmann-Hansl  wird von einem Mann dargestellt.

Wir finden, dass bei allem Spektakel der Erhalt und die Pflege einer alten Tradition im Mittelpunkt stehen. Eine wertvolle Symbiose aus Tiroler Geschichte,  Kultur und dem kreativen Interpretationsgeist  der Traminer Bevölkerung, weniger steril und langweilig mehr lebendig und urwüchsig.

Wir sagten, dass der Traminer Egetmannumzug immer an den ungeraden Jahren stattfindet. Das ist nicht ganz richtig, denn in den Jahren mit gerader Jahreszahl, läuft das  selbe  im Kleinformat ab. Es sind die Kinder, die unter der aufmerksamen Ägide Ihrer erfahrenen „Egetmann-Eltern“ einen sehenswerten Umzug gestalten. Tramin ist demnach jedes Jahr die Hochburg des Faschings!

Anneliese Kompatscher: Die Küche in Südtirol

Mit dem Titel „Die Küche in Südtirol“ ist alles gesagt, die ganze Vielfalt auf den Punkt gebracht. Den Klassiker von Anneliese Kompatscher gibt es jetzt in einer Neuauflage. Das erste bebilderte Kochbuch zur Südtiroler Küche – die Erstauflage erschien vor 33 Jahren – erfüllt nach wie vor den Anspruch, Menschen in der Küche zur Seite zu stehen, welche Spaß am Kochen haben und eine besondere Vorliebe für die Südtiroler Küche haben.

_1140382Aus dem gleich löblichen Geschmacksinn heraus verfasste Anneliese Kompatscher bereits 1988 auch das „Südtiroler Backbuch“. Seither sind über drei Jahrzehnte vergangen. In sehr vielen Südtiroler Haushalten fanden die Bücher großen Anklang, zumal es ausschließlich um die traditionellen und altbewährten Rezepte der Südtiroler Küche geht. Regionalität und Saisonalität ziehen sich wie ein roter Faden durch das ganze Buch. Das „Kräftige des Alpenraums“, das Bodenständige, wie es im Vorwort benannt wird, trifft auf die Einflüsse der leichten mediterranen Küche. Im neuen Buch finden sich Rezepte aus beiden Werken der damaligen Zeit.

Wichtig zu erwähnen ist uns allemal der Umstand, dass es Anneliese Kompatscher immer auch um die Verwendung von hochwertigen Produkten geht, welche auf Basis von artgerechter Haltung entstanden und produziert werden.

Das Buch lebt zudem von einer wundervollen Bildsprache. Anneliese Kompatscher suchte sich hierfür idyllische Plätze in Südtirol, um die Gerichte und Speisen in ihrer „zeitlosen Eleganz und Schlichtheit“ darzustellen.

Skiurlaub in Pension Südtirol

Ja, es gibt sie noch die kleinen, aber feinen Pensionen in Südtirol. Wichtig für den Gast ist nicht nur der moderate Preis, sondern auch die persönlich herzliche Betreuung. Im Falle der Pension „Der Wiesenhof“ im wunderbar romantischen Südtiroler Valsertal reicht die persönliche Dienstleistung noch bis zur eigenen Küche –

Gastgeber Markus Hofer kocht in der Pension Südtirol
Gastgeber Markus Hofer kocht in der Pension Südtirol

Gastgeber Markus Hofer kocht für seine Gäste und Frau Margaret macht die Betten. Auch die Großmutter ist noch mitten im Betrieb. Es müssen alle Mitglieder der Familie Hofer an einem Strang ziehen, damit das Werk gelingen kann.  Für die bevorstehende Wintersaison gibt es in der Pension Südtirol – im Wiesenhof in Vals wiederum sehr attraktive Angebote:

NEUJAHRS-SPECIAL 02.01.- 09.01.2018
7 Tage Verwöhnhalbpension
392,00 €

WEISSE WOCHEN  10.01.- 27.01.2018
7 Tage Verwöhnhalbpension
350,00 €

WINTER-SONNE & GENUSS 24.02 – 10.03.2018
7 Tage Verwöhnhalbpension
350,00 €

Skifahren im PulverschneeZEIT FÜR DIE SCHÖNSTEN SCHWÜNGE 17.03 – 31.03.2018
7 Tage Verwöhnhalbpension
350,00 €

7 Tage Verwöhnhalbpension in unserem kleinen Paradies mitten im Skikarussel Gitschberg- Jochtal ( modernste Anlagen, traumhafte Pisten, vom ADAC ausgezeichnet)

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Ernte in Südtirol

Die Ernte in Südtirol zählt ganz sicher zu den Höhepunkten im Südtiroler Jahreslauf –  für den Bauern sowieso –  Ist es doch der Lohn für den monatelangen Fleiß, der bereits im Winter mit dem Schnitt der Obstbäume und der Weinreben beginnt.
Auf den rund 18.400 Hektar Anbaufläche genießen in diesen Tagen die Südtiroler Äpfel vom Vinschgau bis in den Süden Südtirols ihre letzten Sonnenstrahlen. Na, ja, nicht alle, denn für einige Sorten, wie zum Beispiel für den süßen Royal Gala, ist die Erntezeit bereits vorbei. Bei den anderen in Südtirol angebauten Sorten, wie den würzig-fruchtigen Elstar und dem noch recht jungen RUBENS®, dem Golden Delicious, dem Stark Delicious und Jonagold machen sich gerade fleißige Hände daran, sie zu pflücken — oder besser, sie werden geklaubt. Mit Anfang Oktober beginnt in Südtirol die Ernte des knackig-frischen, süß-sauren Granny Smith, gefolgt von Winesap, Morgenduft, Fuji und PINK LADY®. Auch die Südtiroler Weinernte hat zwischenzeitlich bei den Weißweinsorten eingesetzt. Die Trauben, südtirolerisch die „Weimer“ werden derzeit von idealen Wetterverhältnissen begleitet: Untertags reichlich Sonnenstunden und kühle Nächte lassen schon jetzt einen Spitzenjahrgang erwarten.

Wandercamp Lana Herbst 2017

Bäderkultur im Ultental

Palabirne – eine Rarität aus dem Vinschgau

Dass im milden Klima des Vinschgau hochwertige Obstsorten zu Hause sind, ist längst kein Geheimnis mehr. Und doch lässt sich hier im westlichen Etschtal zwischen duftenden Äpfeln, aromatischen Vinschger Marillen und süßen Marteller Erdbeeren noch eine unerwartet fruchtige Entdeckung machen, denn was die Vielfalt des Obstgenusses angeht, hütet die Ferienregion Vinschgau noch einen ganz besonderen, kleinen aber feinen Schatz, der beinahe in Vergessenheit geraten wäre.

Weitgehend unerkannt gedeiht hie und da von Kastelbell über Mals bis hin nach Glurns und hinein in das Tauferer Münstertal an hoch aufgeschossenen, knorrigen Bäumen nahe der Bauernhäuser eine Rarität: die Palabirne. Die ältesten Exemplare des Palabirnbaumes, von denen es nur mehr wenige gibt, sind über 20 Meter hoch und mehrere hundert Jahre alt. Inzwischen liebevoll von ihren Besitzern gehegt wachsen sie im Mittleren und Oberen Vinschgau und zwar nur dort. Im Etschtal heimisch geworden ist die ledrige Frucht, der noch im 20. Jahrhundert ein Malser Mediziner heilende Wirkung bescheinigte, wohl irgendwann im 17. oder 18. Jahrhundert, erwähnt wird sie jedenfalls erstmals bei der Zählung der Obstbaumbestände 1755.

War die Palabirne dereinst als Zuckerersatz, Dörrobst, Honig und unverzichtbarer Bestandteil der Südtiroler Zelten beliebt, erlebt die sie heute eine Renaissance in einer ganz besonderen Spezialität aus den Backstuben des Vinschgau: dem fruchtigen Palabirnbrot. Überhaupt eignet sich die seltene, intensiv aromatische Birnenart mit dem leichten Karamellgeschmack und ihrem mehligen Fruchtfleisch vorzüglich zum Backen. So gut, dass heute wieder junge Palabirnbäume angebaut werden und so gut, dass inzwischen alljährlich im September im mittelalterlichen Städtchen Glurns die Palabiratage gefeiert werden. Eine ganze Woche lang zeigt diese besondere Vinschger Frucht, die auch frisch vom Baum ein Genuss ist, dann, was in ihr steckt.

(Titelbild: vinschgau.net)

Die Vielfalt Südtirols erleben